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Erholungsmaßnahme für demenziell veränderte Menschen - Betreuungskonzept
Die Erholungsmaßnahme bietet Entlastung für Angehörige von zuhause gepflegten, demenziell veränderten Menschen und Gruppenbetreuung der Menschen mit Möglichkeit zu neuen sozialen Kontakten.
Ort der Betreuung: Maternus Alten- und Pflegeheim Barbara-Uttmann-Stift, Am Fuchsstein 25, 08304 Schönheide
Träger bzw. Veranstalter: Pflegefachkräfte und Ergotherapeuten der Einrichtung
Zielgruppe: Demenziell veränderte Menschen, die häuslich gepflegt werden
Art der Betreuung: Gruppenbetreuung für fünf bis zu maximal acht demenzerkrankte Menschen
Zeitrahmen: einmal wöchentlich Mittwoch für fünf Stunden ab dem 01.06.2006
Räumlichkeit:
Die Betreuungsgruppe findet in einem ausreichend großen Raum der Einrichtung statt. Neben Tischen und Stühlen für die Gruppenarbeit bieten Sessel und ein Sofa bei Bedarf individuelle Rückzugsmöglichkeiten. Eine Küchenecke bietet die Möglichkeit gemeinsam mit den Teilnehmern einfache hauswirtschaftliche Tätigkeiten durchzuführen. Eine Musik- und Videoanlage kann zusätzlich gezielt zur Sinnesreizung stimulierend eingesetzt werden. Umfangreiche Materialien des Begleitenden Dienstes der Einrichtung können für alle Arten der Aktivierung genutzt werden. Die Außenanlagen der Einrichtung bieten sich für Spaziergänge an.
Personelle Begleitung: Durch eine Ergotherapeutin/ Altentherapeutin. Bei Bedarf wird diese unterstützt durch eine weitere Fachkraft.
Betreuungsziel:
Für Demenzerkrankte bietet die Betreuung in Gruppen die Möglichkeit einer zusätzlichen sozialen Aktivierung. Kontakte nach außen nehmen im Krankheitsverlauf der Demenz immer stärker ab, so dass sich die Kommunikation meist auf den engsten Familienkreis beschränkt. Aktivierende und auf soziale Begegnungen ausgerichtete Betreuungsgruppen können für den Erkrankten neue Anregungen und Kontakte schaffen und führen zu einer Stärkung der eigenen Identität und können somit zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig erfahren die pflegenden Angehörigen eine Entlastung. Diese können die Zeit, die der Erkrankte in der Gruppe verbringt nach eigenen Bedürfnissen gestalten. Um diese Zeit auch umfassend nutzen zu können wird die Betreuungszeit auf fünf Stunden festgelegt.
Die Inhalte der Gruppentreffen werden vielfältig variiert (künstlerische Aktivitäten, leichte Gedächtnisübungen, Erinnerungs- und Biografiearbeit, hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie z. B. gemeinsames Kochen oder Backen, jahreszeitlich orientierte Beschäftigungen etc.), der Rahmen sollte jedoch immer gleichbleibend verlaufen, um ein Gefühl der Sicherheit und Vertrautheit herzustellen. Die Gruppenleitung begleitet die Teilnehmer und unterstützt bei Bedarf, um alle in das Gruppengeschehen einzubeziehen. (1)
Methoden und Inhalte:
Die Zielgruppe bildet aufgrund ihrer biografischen, krankheitsbedingten und sozialen Lebenserfahrungen eine heterogene Gruppe. Dementsprechend muss das Angebot flexibel und auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Einzelnen ausgerichtet sein. Neben körperlichen Aktivierungen und leichten kognitiven Übungen, einfachen Gesellschaftsspielen werden Gespräche zu verschiedenen Themen durchgeführt. Dabei stehen die persönlichen Interessen, Potentiale und Ressourcen der Teilnehmer stets im Vordergrund.
Die Grundlage des Kontaktes zu demenziell veränderten Menschen besteht darin, ein ernstzunehmendes und vertrauensvolles Klima zu schaffen. Angelehnt an die Methode der Integrativen Validation wird die Kommunikation und Gesprächsführung auf zwei Ebenen gestaltet: Über die verbale Sprache und über die Körpersprache. So erfährt der Erkrankte eine Atmosphäre, die von Empathie und Wertschätzung geprägt ist. Auf diese Art und Weise kann sich der Erkrankte sicher und geborgen fühlen und gleichzeitig mit anderen in Kontakt und Beziehung treten. Weiterhin werden methodisch Elemente aus der Milieutherapie, der Erinnerungsarbeit, der Musik-, Kunst- und Beschäftigungstherapie angeboten.
Exemplarisches Beispiel für die Gestaltung eines Gruppennachmittags:
- Begrüßung und Kennenlernen der Teilnehmer
- Leicht aktivierende körperliche Übungen
- Gesprächsrunde zu unterschiedlichen Themen
- Gedächtnisübungen bzw. bei schönem Wetter ein kurzer Spaziergang
- Gemeinsames Vorbereiten und Dekorieren des Kaffeetisches
- Beim Kaffeetrinken werden Gespräche über vertraute und bekannte Themen angeregt
- Nach der Kaffeepause ggf. eine Ruhepause oder für aktivere Teilnehmer ein künstlerisch oder handwerkliches Angebot.
- Abschlussrunde mit allen Teilnehmern, welche durch das Ritual eines gemeinsamen Liedes beendet wird.
(1) Es werden nicht alle aufgeführten Inhalte in einem Gruppentreffen ausgeübt, sondern ein Teil der beispielhaft genannten Aktivitäten ausgewählt.

