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26.09.2011

„Tägliche Programmhöhepunkte schaffen“

Frank Löffler ist neuer Leiter des Maternus Pflegecentrum Maximilianstift
Seit knapp drei Monaten ist Frank Löffler Leiter des Maximilianstifts in Leipzig, einer Pflegeeinrichtung für „chronisch mehrfach Abhängigkeitskranke“.

„Einfach war die Umstellung nicht“, räumt der neue Leiter ein. Denn bisher war Löffler für betagte Pflegebedürftige zuständig.
Sich immer neuen Herausforderungen zu stellen, hat der Mann aus Aue im Erzgebirge aber schon als Jugendlicher gelernt. Sei es, als ihm auf staatliche Anweisung wegen seiner Nähe zur evangelischen Kirche ein höherer Bildungsabschluss versagt wird. Oder als er seiner Entscheidung wegen, keinen Waffendienst zu leisten, lieber 18 Monate als so genannter „Bausoldat“ dient.
Er wird Elektriker, arbeitet zehn Jahre bei der Deutschen Reichsbahn. Als umgeschulter „Wirtschaftskaufmann“ übernimmt er 1988 zunächst als Verwaltungsleiter das Diakonissenhaus in Aue, nach der Wende bis zum vergangenen Jahr arbeitet er dort als Geschäftsführer und Einrichtungsleiter.

Nun also widmet er sich als Leiter des Maximilianstifts nicht mehr therapiefähigen alkoholkranken Menschen zwischen 50 und 70 Jahren, die überwiegend am so genannten Korsakow-Syndrom leiden. „Das ist ungefähr mit Demenz vergleichbar“, erläutert Löffler, dem die Arbeit in der Suchthilfe nicht unbekannt ist.

Etwa die Hälfte seiner Bewohner sei „trocken“, also abstinent und beteilige sich an den Programmangeboten zum Tagesablauf.
An der morgendlichen Zeitungsschau beispielsweise, an handwerklicher Arbeit, oder an Spaziergängen. „Wir versuchen so, den Menschen tägliche Höhepunkte zu schaffen, um ihre Fähigkeiten herauszufordern.“
Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in der Einrichtung sei sehr hoch, Maternus bei Kliniken und Betreuern angesehen.

Der Begriff „Koma-Saufen“ löst bei Löffler Gänsehaut aus. Und Veranstaltungen wie „Flatrate-Saufen“, wo nach Zahlung einer Pauschale nicht einmal mehr eine finanzielle Hemmschwelle die persönliche Alkoholaufnahme begrenze, hält er für verbrecherisch. Denn: „Je intensiver der Vollrausch, umso mehr geht im Hirn kaputt“, warnt er und ist entsetzt, „dass besonders junge Menschen aus Gruppenzwang ihr Leben zerstören“.

Löffler ist froh, ein engagiertes und erfahrenes Pflege- und Betreuungsteam hinter sich zu wissen.

Wichtig für die persönliche Regeneration ist nach Feierabend zumindest die menschlichen Schicksale der Bewohner ausblenden zu können. Dies beim Singen im Kirchenchor beispielsweise, wo er als Tenor auch ohne Probenteilnahme unter der Woche bei Auftritten gefragt sei. Singen sei ihm als Ausgleich zur beruflichen Anspannung „ein ebenso wichtiges wie wunderbares Mittel der Entspannung“ und die möglichst häufigen Theater- und Konzertbesuche mit seiner Ehefrau sowieso.



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